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Heil und Segen Freitag der 2. Woche im Osterkreis; Apg 5, 34 - 42; Joh 6, 1 - 15)
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In der Lesung
aus der Apostelgeschichte erleben wir eine Zuspitzung des Konflikts
zwischen dem Hohen Rat und den Aposteln.
Der Pharisäer
Gamaliel,
ein hochangesehener Gesetzeslehrer, tritt als Stimme der Besonnenheit
auf. Sein Argument ist bestechend logisch: Wenn eine Bewegung rein
menschlich ist, wird sie untergehen; kommt sie aber von Gott, kann sie
niemand aufhalten.
Die Haltung
Gamaliels fordert uns zur Gelassenheit auf: Wir müssen nicht alles mit
Gewalt kontrollieren. Was wirklich von Gott gewirkt ist, wird Früchte
tragen.
Und wie
reagieren die Apostel? Trotz Auspeitschung und Predigtverbot hören sie nicht auf zu
verkünden. Ihre Freude darüber, „würdig befunden worden zu sein, für
seinen Namen Schmach zu erleiden“, zeigt die Kraft des
Auferstandenen, die stärker ist als Angst und Schmerz.
Im Evangelium
(Joh 6, 1 -15) beginnt heute die große „Brotrede“, die uns die nächsten Tage begleiten
wird.
Jesus speist
5.000 Menschen mit nur fünf Gerstenbroten und zwei Fischen, die ein kleiner Junge bei
sich hat und Jesus zur Verfügung stellt. Johannes nennt dieses Wunder
ein „Zeichen“, weil es – über das Sättigen des Magens hinaus – auf die
Person Jesu hinweist, auf seine göttliche Herkunft und Herrlichkeit.
Auffallend sind
die eucharistischen Bezüge: Jesus nimmt das Brot, spricht das Dankgebet und teilt
es selbst aus. Das erinnert unmittelbar an das Abendmahl und die
Eucharistie, in der Jesus sich selbst als „Brot des Lebens“ schenkt.
Die zwölf Körbe
mit Resten symbolisieren, dass Gottes Gabe niemals knapp ist; sie reicht für das
ganze Volk Israel (12 Stämme) und darüber hinaus. Jesus schenkt nicht
nur das Nötigste, sondern in Überfluss und in Fülle.
Am Schluss
wollen die Menschen Jesus zum König machen, weil er ihre materiellen
Bedürfnisse stillt. Jesus jedoch entzieht sich diesem weltlichen
Machtanspruch. Sein Königtum, so wird er vor Pilatus bekennen, ist nicht
von dieser Welt.
Liebe
Schwestern und Brüder!
Gamaliel
erkennt, dass Gott die Geschichte lenkt. Im Evangelium zeigt Jesus, dass
Gott die konkrete Not des Menschen sieht und handelt.
Was zeigen
Lesung und Evangelium noch?
Gott braucht den
Beitrag des Menschen, auch wenn er noch so klein ist: den Rat eines
Weisen wie Gamaliel oder die wenigen Brote eines Jungen, um Heil und
Segen zu wirken für viele.
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