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Die Sanftmt Gottes - Unsere Entlastung zur Ersten Lesung sowie zum Evangelium am 14. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A; Sach 9, 9 - 10; Mt 11, 25 - 30
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Erste Lesung Siehe, dein
König kommt zu dir; demütig ist er Lesung aus dem Buch
Sachárja So spricht
der Herr:
9Juble
laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt
zu dir. Gerecht ist er und Rettung wurde ihm zuteil, demütig ist er und
reitet auf einem Esel, ja, auf einem Esel, dem Jungen einer Eselin.
10Ausmerzen werde ich die Streitwagen aus Éfraim und die Rosse aus
Jerusalem, ausgemerzt wird der Kriegsbogen. Er wird den Nationen Frieden
verkünden; und seine Herrschaft reicht von Meer zu Meer und vom Strom
bis an die Enden der Erde.
Evangelium Ich bin
gütig und von Herzen demütig
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Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
25In
jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und
der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den
Unmündigen offenbart hast.
26Ja,
Vater, so hat es dir gefallen.
27Alles
ist mir von meinem Vater übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur
der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der
Sohn offenbaren will.
28Kommt
alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken.
29Nehmt
mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen
demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.
30Denn
mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. Liebe
Schwestern und Brüder! Wir leben in
einer Welt, die oft den Starken, Lauten und Schnellen applaudiert. Wer
etwas gelten will, muss Leistung zeigen, Lasten tragen können und Stärke
demonstrieren. Macht wird meist mit Druck, Durchsetzungsvermögen und
manchmal auch mit Gewalt assoziiert.
Die heutigen Schrifttexte
brechen radikal mit diesem Weltbild. Sie laden uns ein, die Perspektive
zu wechseln und die revolutionäre Sanftmut Gottes zu entdecken.
In der ersten Lesung
hören wir den Propheten Sacharja.
Er kündigt ein Fest an, ein unbeschreibliches
Freudenfest: „Jauchze laut, Tochter
Zion!“ Warum? Weil der König kommt. –
Doch dieser König entspricht so gar nicht den Erwartungen der damaligen
und auch nicht der heutigen Zeit.
Er ist nämlich kein Krieger.
Er kommt nicht auf einem stolzen
Streitross, sondern auf einem Esel – dem Nutztier der armen Leute.
Er verzichtet auf jegliches Waffenarsenal. Ja, er vernichtet sogar die Kriegswagen und zerbricht die
Kampfbögen.
Sein Programm:
Er verkündet den Völkern Frieden. Dieser König
verzichtet auf Gewalt. Er kommt nicht, um zu unterdrücken, sondern um zu
befreien. Liebe
Schwestern und Brüder! Was Sacharja
sagt, ist keine Utopie, sondern eine Prophezeiung. Jahrhunderte später
erfüllt sie sich am Palmsonntag, als Jesus in Jerusalem einzieht. Gottes Macht
basiert nicht auf Unterdrückung, sondern auf Gewaltlosigkeit und Nähe.
Im Evangelium
greift Jesus genau diese Haltung auf. Er lobt den
Vater im Himmel mit einem Jubelruf. Warum?
Weil Gott sich nicht den
„Weisen und Klugen“
offenbart hat – also nicht denjenigen, die sich für spirituell oder
intellektuell überlegen halten. – Gott offenbart sich den „Unmündigen“,
den „Kleinen“, den „Einfältigen“.
Im griechischen Urtext steht hier
nēpioi. –
Das sind Menschen, die wissen, dass sie nicht alles alleine und aus
eigener Kraft schaffen, Menschen, die offen und empfangsbereit sind,
Menschen, die keine Masken der Perfektion tragen müssen.
Jesus zeigt uns:
Der Zugang zu Gott erfordert kein theologisches Diplom, sondern ein
offenes, staunendes Herz. Liebe
Schwestern und Brüder!
Der Höhepunkt des Evangeliums ist eine der
tröstlichsten Passagen der gesamten Bibel. Jesus spricht eine Einladung
aus, nach der sich so viele von uns sehnen.:
„Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und
beladen seid!“ Fridolin Stier
übersetzt: „ihr Übermüdeten und
Überbürdeten“. Jesus sieht
unsere Lasten:
Und was macht Jesus?
Er nimmt die Lasten nicht einfach weg, um uns
passiv zu machen. Er bietet uns ein neues Joch an:
„Nehmt mein Joch auf euch“,
sagt er. Das klingt zunächst widersprüchlich – ein Joch ist schließlich
ein Holzgestell, das Tieren aufgelegt wird. Doch das Joch Jesu ist
anders. Sein Joch drückt nicht und seine Last ist leicht. Ein Joch
verband damals meist zwei Tiere. Sie trugen es gemeinsam. Das heißt für
uns: Wir gehen nicht allein. Jesus geht an unserer Seite. Er steht uns
bei. Er trägt die Hauptlast.
Und er ist
„sanftmütig und von Herzen demütig“.
Er treibt uns nicht mit der Peitsche an. Er ist genau der sanfte König,
den Sacharja angekündigt hat. In Jesus Christus ist er Fleisch geworden.
Und dieser Jesus verlangt von uns keine Perfektion, keine endlose
Leistungsspirale und keine Masken der Stärke. – Er lädt uns ein, einfach
„klein“ zu sein, demütig und unsere Lasten bei ihm abzugeben. Bei ihm,
so verspricht er uns, kann unsere Seele Ruhe finden, Aufatmung,
Entlastung. Liebe
Schwestern und Brüder! Lesung und
Evangelium schenken uns tiefe Zusagen:
Erstens:
Wir müssen den rettenden König nicht im Sturm oder in der Perfektion
suchen. Wir dürfen mit unserer Müdigkeit und unseren Lasten zu ihm
kommen. Er nimmt uns an. Bei ihm dürfen wir uns geborgen fühlen. Seine
Sanftmut ist unser Schutzraum.
Zweitens:
Wir können und sollen immer wieder neu versuchen, Jesus nachzuahmen, ihm
ähnlich zu werden. Er sagt ja: „Lernt
von mir!“ Wenn unser König sanftmütig
auf einem Esel reitet, wie gehen wir dann miteinander um? Liebe
Schwestern und Brüder! Lassen wir
uns in dieser Woche von den Worten Jesu ansprechen und leiten. Legen wir
das schwere Joch der eigenen Erwartungen, der Sorgen und Ängste ab und
vertrauen wir uns dem sanften König an, der uns Entlastung schenkt. Wir
müssen das Leben nicht allein meistern. Der König des Friedens zieht mit
uns. Gott ist uns nahe, immer und überall.
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