geistliche Impulse

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Predigt

von P. Pius Kirchgessner, OFMCap

 

Katharina von Alexandrien

25. November

 

 

Liebe Schwestern und Brüder! Heute gedenkt die Kirche einer faszinierenden und mutigen Frau der frühen Kirche: der heiligen Katharina von Alexandrien. Sie zählt zu den Vierzehn Nothelfern. Im Mittelalter war sie eine der am meisten verehrten Heiligen.

 

Obwohl die historischen Fakten ihres Lebens sehr spärlich sind und vieles in der Legende verwoben ist, erzählt uns ihre Geschichte eine tiefe theologische Wahrheit und gibt uns wichtige Impulse für unseren eigenen Glaubensweg.

 

Die Legende schildert Katharina als eine Königstochter von außergewöhnlicher Klugheit, Schönheit und Gelehrsamkeit.

 

Als der römische Kaiser Maxentius die Christenverfolgung forcierte und alle zum Götzenopfer zwingen wollte, trat die junge Katharina furchtlos vor ihn hin. Sie protestierte nicht nur, sondern forderte ihn zum Disput heraus.

 

Der Kaiser, ihrer Argumentation nicht gewachsen, berief daraufhin fünfzig der klügsten Philosophen und Gelehrten seines Reiches ein. In einer leidenschaftlichen Debatte widerlegte die erst 19-jährige Katharina die heidnischen Argumente ihrer Kontrahenten mit solcher Weisheit und Geisteskraft, dass die fünfzig Philosophen sich schließlich bekehrten und den christlichen Glauben annahmen.

 

Katharina nutzte ihre Bildung, ihren Verstand, ihre Geisteskraft, um die Wahrheit des Evangeliums zu verteidigen. So zeigt sie uns, dass Glaube und Vernunft keine Gegensätze sind, sondern Hand in Hand gehen können, um Gott zu erkennen und zu bezeugen. Sie ist die Patronin der Philosophen, Gelehrten, Studenten, Lehrer und Bibliotheken.

 

Als der Kaiser sah, dass er sie weder mit Worten noch mit Drohungen besiegen konnte, ließ er sie foltern. Das berühmteste Attribut Katharinas, das gebrochene Rad, erinnert uns an ihr Martyrium. Sie wurde gerädert. Die Legende berichtet, dass das Folterwerkzeug auf ihr Gebet hin durch ein Wunder zerbrach, was nur noch mehr Menschen zu Christus führte, darunter sogar die Kaiserin.

 

Schließlich erlitt Katharina das Martyrium durch das Schwert. Sie wurde enthauptet. Aus ihrer Wunde floss der Legende nach Milch statt Blut – ein Zeichen ihrer Reinheit und ihres unschuldigen Sterbens für Christus. – Der Legende zufolge wurde ihr Leichnam von Engeln zum heutigen Katharinenkloster auf dem Berg Sinai getragen.

 

Liebe Mitchristen! Was können wir aus dem Leben dieser beeindruckenden Heiligen für uns heute mitnehmen, in einer Zeit, die so anders ist als das römische Alexandrien?

  1. Mut zur Überzeugung: Katharina hatte den Mut, für ihren Glauben einzustehen, auch gegen mächtige Autoritäten und gegen den Strom der vorherrschenden Meinung. In einer Welt, die oft von Opportunismus geprägt ist, ermutigt uns Katharina, zu unseren christlichen Werten zu stehen, auch wenn es unbequem wird.

  2. Der Wert der Weisheit: Katharina war eine Gelehrte. Sie wusste ihren Verstand einzusetzen, um den Glauben zu erklären und zu verteidigen. Ihre Geschichte erinnert uns daran, dass wir unseren Glauben nicht nur fühlen, sondern auch denken und artikulieren sollen. Bildung im Glauben ist wichtig.

  3. Die Kraft der Standhaftigkeit: Trotz Folter und drohen­dem Tod blieb Katharina standhaft in ihrer Liebe zu Chris­tus, den sie als ihren himmlischen Bräutigam ansah. Sie lebte ihr Leben mit und für den Herrn bis zum Ende.

 

Bitten wir die heilige Katharina von Alexandrien um ihre Fürsprache, dass auch wir standhaft und weise unseren Glauben leben, furchtlos für die Wahrheit eintreten und uns von Christus auf unserem Weg leiten lassen.