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"Gott schreibt auf krummen Linien gerade"
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Dieser alte
geistliche Satz klingt schlicht – und doch birgt er eine tiefe Wahrheit:
Unser Leben verläuft selten geradlinig. Wir stolpern, wir verlieren die
Richtung, wir verharren zu lange an Orten, die uns nicht guttun. Und
dennoch: Gott bleibt nicht am Rand stehen. Er wartet nicht darauf, dass
wir uns erst „zusammenreißen“, bevor er uns wieder annimmt. Er kommt uns
entgegen – oft leise, manchmal überraschend, immer liebevoll.
Umkehr
bedeutet deshalb nicht zuerst moralische Selbstoptimierung. Umkehr
heißt:
nicht aus
Angst, sondern aus Vertrauen.
Die Fastenzeit lädt uns ein, die inneren Wege
zu prüfen, die wir eingeschlagen haben. Welche Gedanken, Gewohnheiten
oder Haltungen führen mich weg von dem, was mich lebendig macht? Und wo
spüre ich eine Sehnsucht, die mich ruft:
„Komm, fang neu an!“
Neubeginn
ist Gottes Spezialität. Er schenkt
ihn nicht nur einmal im Leben, sondern immer wieder. Jeder Morgen ist
ein kleines Ostern, jeder Atemzug ein Zeichen seiner Geduld. Wer
umkehrt, kehrt heim – zu sich selbst und zu Gott. Und wer neu beginnt,
darf darauf vertrauen, dass Gott den ersten Schritt schon längst getan
hat. Vielleicht
genügt heute ein einziges kleines Wort:
„Hier bin ich, Herr – mach du etwas Neues aus mir.“
Schwester Ruth Pfaller OSB
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