geistliche Impulse

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von P. Pius Kirchgessner, OFMCap

 

blind

Meditation und Gebet zum Evangelium am 4. Sonntag der Fastenzeit, Lesejahr A; Joh 9, 1 - 41

 

 

 

Blind sein.

Nichts sehen.

Auf andere angewiesen sein,

auf fremde Hände,

auf meine Sinne.

 

Blind sein

für die anderen,

für das Andere.

Nicht fühlen können,

nur da sein.

Und die Frage:

Wer hält mich schon aus?

 

Blind sein –

Last sein.

Angewiesen sein.

Aushalten.

Den Blicken der anderen,

dem Schweigen,

mir selbst.

Kann ich Hilfe annehmen?

 

Blind sein.

Und dann kommt einer.

Einer bleibt stehen,

sieht mich,

öffnet mir die Augen.

 

Nicht nur die Augen:

auch Herz und Sinn.

Er wäscht fort,

was mich hindert zu sehen

und zu leben.

 

Und plötzlich

ist da Licht.

Mein Leben – neu.

 

Geh zum Teich Schiloach und wasch dir das Gesicht (Joh 9, 7)

 

Angelika Kamlage