Exerzitien mit P. Pius

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Jahresrückblick 2013

 

Traum des Josef

(Bildmeditation zu einem Bild von Sieger Köder - Bad Uracher Altar)

 

 

Bei der Darstellung handelt es sich um ein Teilstück des Bad Uracher Altars von Sieger Köder mit dem Titel „Traum des Josef“.

 

Auf dem Bild dominiert die Farbe Blau, das Marienblau, die Farbe des Firmaments, die Farbe, die in die Ewigkeit hineinschauen lässt.

Gottes große Hände schenken Maria das göttliche Kind.

Der Himmel öffnet sich wie eine Blüte und hüllt Maria in dieses göttliche, blaue Licht.

Maria wendet ihr Gesicht dem Licht zu, hat aber die Augen geschlossen. Und doch ist sie ganz offen für das, was von oben entgegenstrahlt. Mit einem getrösteten Gesichtsausdruck und empfangenden Händen ist sie dargestellt.

 

Ihre Hände reichen hinein in die untere dunkle Bildhälfte.

Hier liegt Josef und schläft tief.

Er hat sich fest in eine Decke eingewickelt, die durch die dunklen Streifen wie ein jüdischer Gebetsschal aussieht.

Mit den Händen stützt er sein Gesicht, das von einem Lichtstrahl berührt wird.

 

Maria hat aus seiner Sicht gegen Gottes Gebote verstoßen.

Sie erwartet ein Kind. Aber es ist nicht von ihm. Was jetzt?

 

Josef ist enttäuscht. Er gerät in einen tiefen Zwiespalt.

Er möchte sich von Maria trennen.

Er durchschaut Gottes Plan mit ihm und ihr noch nicht.

Er liegt im Dunkeln, fast unerreichbar für das Licht vom Himmel.

 

Da hat er eine göttliche Vision.

Ein Engel erscheint ihm im Traum.

Gottes Licht zeigt sich auf seinem Gesicht.

Er wird hineingenommen in Gottes Heilsplan.

 

Josef sieht das Kind.

Es ist noch in den Händen Gottes geborgen wie in ein einer Gebärmutter.

 

Maria kann schon fassen, was mit ihr passiert.

Ihre Hände sind geöffnet. Sie glaubt und vertraut.

„Mir geschehe, wie du gesagt hast?“

Sie empfängt Gottes Kind.

 

Dieses Geschehen wirkt nun durch sie hindurch.

Sie öffnet sich hin zu Josef, ihrem Bräutigam.

Es ist als wolle sie sagen:

„Hör auf mit Grübeln und Zweifeln!

Verschließ dich nicht für Gottes Weisung und seinen Ratschluss! Wickle dich nicht ein in einen blinden Gehorsam gegenüber dem Gesetz! Schlüpf heraus, öffne dich für Gottes Absichten!

Sieh nach vorn! Schau, welche Wege Gott uns führt.“

 

Mit Josef geschieht eine Wandlung.

Im Hören und Schauen lichtet sich die Nacht seiner Seele.

 

Gott zeigt Josef im Traum seinen zukünftigen Weg.

Und Josef lässt sich führen.

Er tut, was Gott ihm sagt.

Er nimmt Maria zu sich – und das Kind.

Er geht, wohin Gott ihn schickt.

Er ist da, wo er gebraucht wird.

Er übernimmt Verantwortung.

Er sorgt, steht bei, beschützt das Kind und seine Mutter.

 

Dem Kind gibt er den Namen „Jesus“, wie der Engel gesagt hatte.

„Jesus“ heißt: Gott hilft, Gott heilt, Gott rettet.

(Einige Gedanken und Formulierungen sind dem ökumenischen Hausgebet im Advent 2006 der Diözesen Rottenburg und Freiburg entnommen)

 

Herr Jesus Christus,

wir warten auf dich,

besonders in dieser Zeit.

Lass uns dein Licht sehen,

wo wir im Finstern gehen.

Hilf uns, dass wir dich erkennen,

wo du unscheinbar wie ein Kind

mitten in der Welt da bis.

Nimm uns die Angst vor der Zukunft.

Wecke in uns die Freude.

Fülle unsere Herzen mit deinem Frieden.

Stärke unseren Glauben,

dass wir dir trauen.

Denn dein ist die Kraft

und die Herrlichkeit

und die Ewigkeit. Amen

 

 

Zell, im Advent 2013

 

Liebe Verwandte, Freunde und Wohltäter!

 

Die Zeit bleibt nicht stehen. Wie schnell ist wieder Weihnachten und Jahreswechsel. Wenn ich auf das Jahr 2013 zurückblicke, so habe ich Grund zur Dankbarkeit. Ich bin – Gott sei Dank – gesund geblieben und konnte alle Aufgaben erfüllen. Und das war einiges: 20 Exerzitienkurse verschiedenster Art, mehrere Besinnungswochenenden, dazu eine Reihe Einkehrtage, Meditationsabende, geistliche Begleitung von Einzelpersonen und die Mitarbeit in der Wallfahrts- und Pfarrseelsorge hier vor Ort.

 

So gesehen geht für mich ein reichhaltiges Jahr zu Ende.

Nach wie vor erlebe ich die Exerzitientätigkeit als sehr erfüllend bei aller Mühe der Vorbereitung und Durchführung, die sie auch kostet.

Mittlerweile habe ich über 20 Jahre Erfahrung. Trotzdem bin ich vor jedem Kurs immer noch innerlich ein wenig aufgeregt und gespannt, wie’s wird.

 

Etwas Neues waren für mich in diesem Jahr die Tanzexerzitien im Kloster Reute und eine besondere Herausforderung sind immer wieder die Exerzitien für Priester wie neulich in Passau. Sehr gefragt waren auch in diesem Jahr wieder die Kurse, die mit Wandern zu tun haben, sei es hier im Schwarzwald, in Südtirol oder im österreichischen Montafon.

 

Ich bin froh und dankbar, dass ich trotz Provinzkapitel und nachfolgenden personellen Veränderungen in den einzelnen Klöstern weiterhin in Zell bleiben und von hier aus meiner Exerzitienaufgabe nachgehen darf.

 

Ansonsten hat mich in diesem Jahr der Rücktritt von Papst Benedikt überrascht. Ich finde seine Entscheidung sehr mutig und habe allen Respekt davor. Gefreut hat mich, dass der neue Papst ein Ordensmann ist, Jesuit und sich den Namen Franziskus gab. Der Name des Armen von Assisi ist für den Papst aus Lateinamerika Programm. Sicher ist, dass er eine ungeheure Last zu schultern hat und als Steuermann in stürmischen Zeiten viel Kraft und Ausdauer und unser Gebet braucht.

 

„Der DU Anfang bist und Ende, nimm das Jahr in deine Hände und regiere seinen Lauf! Segne Wollen und Vollbringen und lass alles wohl gelingen, was uns zieht zu DIR hinauf.“

 

ER ist uns nahe – ob im Stall (wie in Bethlehem), bei der Arbeit (wie in Nazareth), oder im Leiden (wie auf Golgatha) und in der Freude (wie an Ostern).

 

So lasst uns alle Wege mit ihm gehen, dessen Kommen wir feiern!

 

Ein herzliches Vergelt’ s Gott und vielen Dank für alle Zeichen der Güte, des Wohlwollens und der liebenden Verbundenheit!

 

 

 

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