Exerzitien mit P. Pius

Sie sind hier: Startseite Predigten Fastenzeit Ich bin die Auferstehung und das Laben

Startseite
Jahresprogramm
Vorschau
Predigten
   Advent
   Weihnachten
   Fastenzeit
   Karwoche
   Ostern
   Pfingsten
   Sonntage im Jahreskreis A
   Sonntage im Jahreskreis B
   Sonntage im Jahreskreis C
   Werktage im Kirchenjahr
   Besondere Anlässe
   Festtage von Heiligen
   Herrenfeste
   Marienpredigten
   Papst und Kirche
Vorträge
Bildmeditationen
Geistliche Impulse
Persönliches
Fotogalerie
Kontakt
Links
 
 
 
 
 

Ich bin die Auferstehung und das Leben

zum Evangelium am 5. Sonntag der Fastenzeit, Lesejahr A; Joh 11, 1 - 45

 

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Sieben Machttaten, Wunder – der Evangelist Johannes nennt sie „Zeichen“ – tut Jesus im Johannesevangelium.

 

Heute, am 5. Fastensonntag – zwei Wochen vor Ostern – haben wir das letzte und größte dieser Zeichen vor Augen geführt bekommen: die Auferweckung des Lazarus. Vier Tage lag er bereits im Grab, als Jesus ihn vom Tod ins Leben zurückführte.

 

Allerdings, bevor Jesus seine Macht über den Tod an Lazarus erweist, geht in der Erzählung einiges voraus. Und es fällt auf und ist interessant, dass in diesem „Vorspann“ nicht der verstorbene Lazarus im Mittelpunkt steht, sondern seine beiden Schwestern: Marta und Maria.

 

Wenn wir genau hinschauen, dann sehen wir – besonders in der Begegnung Jesu mit Marta –, dass es dem Evangelisten nicht so sehr um die Wundertat an sich geht, sondern dass es ihm darum geht zu zeigen, wer Jesus für uns Menschen ist und sein will. Jesus offenbart sich nämlich mit einem der „Ich-bin-Worte“, die für das Johannesevangelium typisch sind. Er sagt im Laufe des Gespräches mit Marta: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“

 

Doch zunächst – nach dem Tode ihres Bruders – eilt Marta Jesus entgegen. Und als sie Jesus begegnet, eröffnet sie das Gespräch mit einer Mischung aus Vorwurf und Vertrauen. – Sie ist überzeugt: Wenn Jesus da gewesen wäre, dann wäre ihr Bruder nicht gestorben. Doch immer noch traut sie Jesus einiges zu: „Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.“ Und Jesus verheißt ihr: „Dein Bruder wird auferstehen.“ – Doch das Unerhörte dieser Antwort hört Marta nicht. Es übersteigt ihre Hoffnung, die sie in Jesus setzt. – Und wie reagiert Marta? Sie antwortet: „Ich weiß, dass er auferstehen wird – bei der Auferstehung am Letzten Tag.“ – Die Auferstehung der Toten am Ende der Zeit, das ist Martas Hoffnung für ihren verstorbenen Bruder – nicht weniger, aber auch nicht mehr.

 

Aber Jesus meint mehr. Ganz eindrucksvoll sagt er ihr zu und offenbart sich dabei selbst als die Erfüllung von Martas Hoffnung auf Leben – nicht irgendwann einmal, sondern jetzt schon. Nicht: Ich werde sein, sondern: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben.“

 

Mit dieser Antwort durchbricht Jesus die Auferstehungshoffnung der Marta, welche auf die Endzeit, den letzten Tag, beschränkt ist. Er führt sie aus der Zukunft in die Gegenwart und auf sich selbst hin. – Seine Antwort lautet: Auch für dich, Marta, bin ich Auferstehung und Leben, hier und jetzt. „Glaubst du das?“ Eine herausfordernde Frage, mit der Jesus Marta sowohl einen neuen Glaubenshorizont als auch eine neue Lebensperspektive anbietet. – Und tatsächlich: Ihre Antwort beinhaltet eines der dichtesten Glaubensbekenntnisse des Neuen Testamentes: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.“

 

Martas Glaubenseinsicht bekommt schließlich in der Auferweckung ihres Bruders „Hand und Fuß“. Jesus befreit Lazarus aus dem Tod mitten ins Leben. An ihm erweist er sich wahrhaft als Auferstehung und Leben.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Jesus ruft ins Leben, hier und jetzt – nicht nur Lazarus, sondern alle, die sich von ihm aus den Gräbern begrenzter Hoffnungen und beschränkter Lebenserwartungen herausrufen lassen. Er selbst ist das Leben. Das ist seine Verheißung – für uns alle. Doch damit wir ihn in den kleinen und großen Toden unseres Daseins wahrhaft als Auferstehung erfahren können, braucht es unsere je eigene Antwort auf seine Frage, die über Tod und Leben entscheidet: Glaubst du das?

   Druckansicht

 

Seitenanfang