Exerzitien mit P. Pius

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"Gott schreibt auf krummen Linien gerade"

Dieser alte geistliche Satz klingt schlicht – und doch birgt er eine tiefe Wahrheit: Unser Leben verläuft selten geradlinig. Wir stolpern, wir verlieren die Richtung, wir verharren zu lange an Orten, die uns nicht guttun. Und dennoch: Gott bleibt nicht am Rand stehen. Er wartet nicht darauf, dass wir uns erst „zusammenreißen“, bevor er uns wieder annimmt. Er kommt uns entgegen – oft leise, manchmal überraschend, immer liebevoll.

 

Umkehr bedeutet deshalb nicht zuerst moralische Selbstoptimierung. Umkehr heißt:

  • innehalten,

  • ehrlich werden,

  • sich neu ausrichten –

nicht aus Angst, sondern aus Vertrauen.

 

Die Fastenzeit lädt uns ein, die inneren Wege zu prüfen, die wir eingeschlagen haben. Welche Gedanken, Gewohnheiten oder Haltungen führen mich weg von dem, was mich lebendig macht? Und wo spüre ich eine Sehnsucht, die mich ruft: „Komm, fang neu an!“

 

Neubeginn ist Gottes Spezialität.

Er schenkt ihn nicht nur einmal im Leben, sondern immer wieder. Jeder Morgen ist ein kleines Ostern, jeder Atemzug ein Zeichen seiner Geduld. Wer umkehrt, kehrt heim – zu sich selbst und zu Gott. Und wer neu beginnt, darf darauf vertrauen, dass Gott den ersten Schritt schon längst getan hat.

Vielleicht genügt heute ein einziges kleines Wort:

„Hier bin ich, Herr – mach du etwas Neues aus mir.“

 

Schwester Ruth Pfaller OSB

 

 

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